Vorschau
Februar

Sebastian Omatsch · Anselm Schenkluhn

3. Februar 2018 bis 18. März 2018
Vernissage: Freitag, 2. Februar 2018, 19.30 Uhr
Finissage: Sonntag, 18. März 2018, 19.30 Uhr

Ausstellung Februar Sebastian Omatsch Anselm SchenkluhnKunstverein Neukölln

Postkarte "Februar", Grafik: Heiko Hildebrandt

Im «februar» gerät die Zeit für einen Moment aus dem Takt, ein kurzes Holpern. Es ist eine Zeit, gespickt von Vorfreude, den Übergang vom Winter zum Frühling, von Dunkelheit zum Licht erahnend. Ekstase und Erregung versprechen die närrischen Tage, ein Aufbäumen gegen die Vernunft, auf dem Höhepunkt in einen Stillstand übergehend, die Zeit der Einkehr. Sebastian Omatsch und Anselm Schenkluhn interpretieren diese Gegenwart in dichotomischen Kontexten: Kraft und Leichtigkeit, Flexibilität und Starre, Anfang und Ende. In der Ausstellung «februar» widmet sich der Kunstverein Neukölln mit den Arbeiten der beiden in Berlin lebenden Künstlern den synergetischen Nuancen dieses alljährlich wiederkehrenden Übergangs der Zeiten.


Ein Donner grollt zu jeder vollen Stunde. Stringent sorgt die Zeitkonstante für Ordnung, durchbricht die Stille. Der Raum ist eben kein toter, vielmehr wird die Ruhe ins Gleichgewicht gebracht, bringt Orientierung, wird bereinigt. Das Räderwerk verrät dem Betrachtenden, wann das Ereignis wieder eintritt. Im Donnerblech, einer kinetischen Klangskulptur, findet Sebastian Omatsch ein Ausdrucksmittel, das zeitliche, mythologische, räumliche und dichotomische principium et finis im Klang zu vereinen. Ausgehend vom lateinischen februare des römischen Kalenders, dem Sühnen und Reinigen, fungiert das Grollen des Donners als Konstante und Reinigungsritual in dieser Initiation der Passage, des Übergangs zum neuen Frühjahr.


Anselm Schenkluhn. "Lago mangiare". Installation, 2014. angelockte Ente, Boot aus Brot, Edelstahl, Rettungswinde, Zeichnung. Ansicht Kunsthaus am Weißensee, Berlin, Foto: Anselm Schenkluhn

Anselm Schenkluhn. „Lago mangiare“. Installation, 2014. angelockte Ente, Boot aus Brot, Edelstahl, Rettungswinde, Zeichnung. Ansicht Kunsthaus am Weißensee, Berlin, Foto: Anselm Schenkluhn

Anselm Schenkluhn arbeitet mit Narrationen, die sich im Prozess ergebend, gern tragikomisch konnotiert, als Bild im Fluss der Assoziationen für einen Moment verharren. Die sichtbare Oberfläche seiner Arbeiten ist ruhig, stabilisiert meint man. Die Dichotomie in seinem Werk will keine gefährliche Mitte sein zwischen Kluft oder Gegensatz, sondern ein Zwischenton in der Verbindung, kombiniert und isoliert. Eine im Prozess geschehende Erzählung, eine Schöpfungsgeschichte. Anselm Schenkluhn liest Geschichten auf, die Teil seiner Erzählung werden. Verknüpfungen entstehen aus Momenten der Mitteilung, werden Innenwelt der Arbeit.


Die Ausstellung wird kuratiert von Rebekka Hofmann.