Die erste Ausstellung LIQUID widmet sich der Flüssigkeit, wobei es vorwiegend um das Thema Wasser und die gegensätzlichen Aggregatzustände von Wasser und Stein geht. Das rastlose Fließen, Strudeln und Strömen von Wasser fasziniert Menschen seit jeher. Der Blick auf Wasseroberflächen, die beständig in Bewegung sind und sich dabei doch immer nur neu und anders formen, hat etwas Meditatives und Beruhigendes. Reflexionen und Strukturen lassen sich auf einen Blick kaum erfassen. Sie sind flüchtig und weisen doch eine geheimnisvoll wiederkehrende Struktur auf. Das Abbild von Wasseroberflächen in der Kunst ist denn stets der Versuch einer bildlichen Rekonstruktion des Gesehenen, das einhergeht mit einer ästhetischen Neufindung von Formen und Farben, die sich zu einem möglichst ähnlichen Abbild oder einer kongenialen Formschöpfung neu fügen.
- Study for Pond on Wheels XVI, 2020-2024, Abbildung © Marcus Schneider
- Study for Pond on Wheels XIX, 2020, Abbildung © Reggie Shiobara
- Installation, Abbildung © Aleks Slota
Gwendolyn Kerbers Malerei ist geprägt von ihrer lebenslangen Faszination, durch hüfthohes Wasser zu waten und dabei den Blick über die Oberfläche in die Tiefe des Wassers gleiten zu lassen. Ihre Gemälde sind Rekonstruktionen des visuellen Eindrucks, den sie übersetzt in ein Spiel von Farben, Strukturen und Kompositionen. Ihre Bildträger sind dabei eher nicht standardisiert, sondern sind selbst leicht verzerrte Formate mit weichen Kanten und erscheinen so fast naturgemacht.
- Liquifact, seit 2019, Abbildung © Eric Tschernow, Josephin Hanke
Lukas Liese forciert aber den Einfluss von Flüssigkeiten auf Marmor, indem er dem von ihm angewendeten Wasser Salzsäure beifügt, die mit dem Gestein reagiert. Prozesse, wie Erosion und Auflösung, die unter natürlichen Umständen Jahrhunderte dauern können, werden von ihm forciert und gestalterisch so eingesetzt, dass der Künstler die Gestaltung steuert und ästhetisch begleiten kann. Sein Einsatz von Flüssigkeit ist also nicht sanft, sondern faszinierend eingreifend.
- o.T., aus der Serie „Alles fließt“, Abbildung © Doris Steffens
- o.T., aus der Serie „Alles fließt“, Abbildung © Doris Steffens
- o.T., aus der Serie „Alles fließt“, Abbildung © Doris Steffens
Doris Steffens ist seit vielen Jahren vom Strömen des Wassers fasziniert gewesen. Die Kraft und Schönheit des Wassers hat sie in verschiedenen Techniken immer wieder in ihren Gestaltungsprozessen inspiriert. In der nun ausgestellten Serie von experimentellen Graphit-Zeichnungen hat sie Die Stille des ruhenden Wasser und die ihm immanenten Bewegungspotenziale kongenial in abstrakte Strukturen umgesetzt.
- Wave Sculpture – 21.Sep.2021 16:19 Cascais, Abbildung © Tomoyuki Ueno
- Wave Sculpture – 20.Mar.2020 10:23 Naruto, Abbildung © Tomoyuki
- above & under us, Abbildung © Tomoyuki
Tomoyuki Ueno stellt Strukturen von flüchtiger und scheinbar unendlicher Dauer gegenüber. Seine Diptychen aus Marmor und subtil dazu gesellte Fotoabzügen hinter Plexiglas scheinen auf den ersten Blick eine Einheit zu bilden, aus ähnlichem Material zu bestehen. Sind die Äderungen des Gesteins doch in den momenthaft aufgezeichneten Wellen oder Strömungen aufgenommen. Moment und Eweigkeit scheinen hier keinen Widerspruch zu bilden.











