Vorschau
every day is a good day. Tagwerk und serielles Arbeiten

Ellinor Euler · Jakob Roepke

19. September 2020 bis 1. November 2020
Ausstellungsbeginn: Freitag, 18. September 2020, 19.00 Uhr
Ausstellungsende: Sonntag, 1. November 2020, 20.00 Uhr

John Cage sagte: „Jeder Tag ist ein guter Tag“. Dieses Motto greifen die beiden Künstler*innen in der gemeinsamen Ausstellung im Kunstverein Neukölln auf und laden die Besucher*innen ein, in die Welt ihres täglichen Schaffens, in die Betrachtung ihrer Tagwerke, einzutauchen. Das «Tagwerk» bezeichnete ursprünglich jenes Stück Land, dass an einem Tag beackert werden konnte oder auch dasjenige, was an einem Tag in handwerklicher Arbeit (z.B. bei der Erstellung eines Verputzes) zu leisten war. Auch in der künstlerisch-ästhetischen Arbeit gibt es solch ein Tagwerk. Dies kann sich auf die manuelle Verfertigung einer Zeichnung oder einer Skulptur beziehen oder darauf, wieviel in einer zusammenhängenden Arbeitsphase erschaffen und erfunden werden kann. Zugleich verweist es auf den seriellen Charakter als Arbeitsprinzip. Die an diesem Tag vorherrschenden Ideen, Stim-mungen und Fähigkeiten prägen den aktuellen Werkzustand, an den am darauffolgenden ange-schloßen oder auch aufgebaut werden kann – oder auch nicht. Das serielle Arbeiten kennzeichnet die Arbeitsmethoden beider Künstler*innen und dient dem forschend-spielerischen Erkunden von Eigenschaften, Möglichkeiten und der jeweils verwendeten Materialien. Die kontinuierliche Fortset-zung und Evaluierung einzelner, in sich abgeschlossener Prozesse lässt sich als beständiges Über-denken gefundener Setzungen deuten.

Sowohl die Drahtobjekte von Ellinor Euler als auch die Wandreliefs von Jakob Roepke sind serielle Variationen von komplizierten linearen Zeichnungen. Jedes einzelne Werk findet in seiner Abstraktion einen anderen Ausdruck. Die Serien sind in ihrer Ganzheit geprägt von einer kontinuierlichen Wandlung und einer persönlichen Handschrift in jedem einzelnen Werk. Sie zielen nicht auf eine nüchtern konzeptionelle Produktion ab, bei der eine künstlerische Idee a priori den Herstellungsprozess bestimmt.

Ellinor Euler interessiert, wie die Objekte sich im und zum Raum verhalten, welche Beziehung sie zu einander aufnehmen, welcher Raum um sie herum und welcher Raum zwischen ihnen entsteht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die minimalistischen Reliefs von Jakob Roepke, mit ihren aus geometrischen Formen zusammenge-setzten Oberflächen, bieten wechselnde Variationen aus Licht und Schatten, Linienverläufen und Flächen in verschiedenen Helligkeitsstufen.

 

 

 

 

 

Die verwendeten Materialien sind bei beiden Künstler*innen einfach und alltäglich: Draht, Pappe, Papier. Aus geometrischen Grundkonstruktionen entsteht eine reduzierte oder auch komplexe Formensprache: Kugel, Zylinder und Linien bei Ellinor Euler; Dreiecke, Rauten und Parallelogram-me bei Jakob Roepke.