MIT HAND UND FUSS

Christina Paetsch · Hildegard Skowasch

21. März 2026 bis 8. Mai 2026
Vernissage: Freitag, 20. März 2026, 19.00 Uhr
Ausstellungsende: Freitag, 8. Mai 2026, 19.00 Uhr

Vernissage mit Einführung durch Dr. Martin Steffens

Finissage mit Künstlerinnengespräch

Die Ausstellung „MIT HAND UND FUSS“ zeigt Collagen, Fotografien, Aquarelle, Keramiken und Objekte aus Fundstücken. Zwei Künstlerinnen setzen sich mit Händen und Füßen auseinander und loten die Spannungsfelder zwischen Anatomie und Ausdruck, Ekel und Schönheit, Verletzlichkeit und Kraft aus.

 

 

 

Christina Paetsch arbeitet mit Fotografien und Objekten aus Fundstücken. In ihren fotografischen Arbeiten richtet sie den Blick auf Ausschnitte von Händen und Füßen, isoliert Details und verschiebt Maßstäbe. Durch Fragmentierung und formale Verdichtung entstehen Bilder, in denen Körperteile nicht nur abgebildet, sondern untersucht werden: Haut wird zur Struktur, Linien und Falten erhalten eine beinahe abstrakte Qualität. Die Nahsicht erzeugt Intimität und zugleich Irritation, indem sie das Vertraute in ungewohnte Proportionen überführt.
Die Objekte aus Fundstücken führen diese Auseinandersetzung im Raum weiter. Vorgefundene Materialien werden gesammelt, kombiniert und in neue Kontexte gesetzt. Gebrauchsspuren, Brüche und Oberflächen bleiben sichtbar und erzählen von Berührung, Abnutzung und Zeit. Hände und Füße erscheinen dabei oft indirekt – als Abdruck, Fragment oder Assoziation. Materialität fungiert hier nicht nur als Träger, sondern auch als Bedeutungsebene: Das Gefundene verweist auf gelebte Körperlichkeit und auf die Spuren, die Körper hinterlassen.

Hildegard Skowasch zeigt keramische Reliefs sowie eine umfangreiche Aquarellserie. Die Reliefs zeigen Hände und Beine, die aus Abdrücken von Linoldruckelementen entstehen, die nicht Papier, sondern Ton prägen. Zwischen Druckgrafik und Skulptur angesiedelt, thematisieren die Arbeiten Kontakt, Übertragung und körperliche Einschreibung. Ton und Glasur bewahren die Struktur der Druckformen und machen den Prozess sichtbar.
Die Aquarellserie umfasst etwa 80 Blätter im Format DIN A4. Auf jedem Blatt sind die Hände der Künstlerin nebeneinander dargestellt, in wechselnden Stellungen. Sie berühren sich an einem Punkt – dort fließt die rote Farbe von der einen Hand in die andere. Die durchgängige Farbigkeit in Rot verbindet die Blätter zu einer geschlossenen Serie, während die variierenden Gesten einen Rhythmus aus Wiederholung und Veränderung erzeugen.
Im Gegenüber der beiden Positionen entfaltet sich ein vielschichtiger visueller Dialog, der nicht auf Abgrenzung, sondern auf Resonanz setzt. Die Ausstellung versammelt Arbeiten, die handeln, Haltung zeigen und Spuren hinterlassen. Unterschiedliche Medien und Materialien treten in Beziehung, verstärken oder irritieren einander und verdichten sich zu einem gemeinsamen Resonanzraum. Eine Ausstellung, die im besten Sinne Hand und Fuß hat.