#bisaufweiteres 5: Verwerfung

Aneh Ondare

20. Februar 2021 bis 7. März 2021
Ausstellungsbeginn: Freitag, 19. Februar 2021, 14.00 Uhr
Ausstellungsende: Sonntag, 7. März 2021, 20.00 Uhr


Entdecken Sie raumgreifende Installationen der neuen Ausstellungsreihe #bisaufweiteres durch die großen Schaufenster des Kunstverein Neukölln. Bei geschlossener Tür freuen wir uns auf Ihren Besuch während der regulären Öffnungszeiten.

Künstler/Foto: Aneh Ondare, Grafik: René Moritz

Postkarte "Verwerfung", Künstler/Foto: Aneh Ondare, Grafik: René Moritz

Der Kulturbetrieb schließt, wir öffnen: #bisaufweiteres

In einer vorerst unbefristeten Ausstellungsreihe reagiert der Kunstverein Neukölln auf die notwendig gewordene, erneute Schließung von Kunsträumen. Geplante Ausstellungen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben, eine verlässliche Planung erscheint vorerst nicht möglich zu sein.

Aus diesem Grund führen wir ein für uns neues Format ein: Die Solo-Schaufensterausstellungen.

 

 

Bis auf weiteres werden in einem zweiwöchigen Turnus zu den Öffnungszeiten die Fenster zum Ausstellungsraum geöffnet. Zu sehen sein werden raumgreifende Installationen, die sich den Besucher*innen sowie spontanen Flaneur*innen offenbaren. Die Themen mögen von der aktuellen krisenhaften Situation beeinflusst sein oder sich allgemeinen künstlerischen Fragestellungen und Ausdrucksweisen verpflichten.

 

Verwerfung ist eine kurzfristige ortsspezifische Installation der in Berlin lebenden Künstlerin Aneh Ondare,die den fünften künstlerischen Schwebezustand hinter verschlossenen Türen in der Serie #bisaufweiteres festhält.

Die jähe Verkrümmung eines Zustandes, das rapide Aufbäumen geologischer Bruchflügel oder die Verschiebung von ir/realen Tatsachen: wenn sich Kräfte mit unterschiedlicher Intention und Wirkrichtung lange stauen und es gar keine Möglichkeit der Erleichterung oder Lösung derselben gibt, kommt es zu oft dramatischen Brüchen und Störungen in scheinbar stabilen Gefügen. In einer eruptiven Entladung verschieben sich Kontinentalplatten gegeneinander, brechen Beziehungen auf, zerspringen Hoffnungen, verlieren sich Träume.

 


Das Beben einer solchen Verwerfung beinhaltet sowohl Zerstörung als auch Befreiung. Auf einen Schlag (sei er physisch oder psychisch) wälzen sich Dinge um – zeigen ihre verborgene Unterseite, ihr tiefstes Inneres. Diese zerrüttete Oberfläche fordert unterschiedliche und auch unbeabsichtigte Opfer und vermag oft nur schwer zu kitten sein. Ihre Risse vernarben meist langsam.

Im willkommenen Wandel hingegen macht eine verworfene Idee Platz für neue Gedanken, bietet Raum für visionäre Evolutionen.

Die hier gezeigte räumliche Anordnung nimmt diese zeitliche und örtliche Zerreißstelle und ihre gegenläufige Versetzung einst geordneter Ströme zum Ausgangspunkt. Der einem unversehens widerfahrene Sprung – in der Materie – soll hier Abbruch und Aufbruch zugleich sein.

 

Konzeption: Rebekka Liebmann